Presse
12.11.2010, 18:09 Uhr | Oberhessische Presse von Michael Rinde
Kandidat bringt "Blick von außen" mit
CDU Bürgermeisterkandidat
Einstimmig wählten die Mitglieder der Amöneburger CDU Jan-Gernot Wichert zu ihrem Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 27. März 2011.
Foto: Rinde

Lange Zeit war über den Namen des CDU-Bewerbers in Amöneburg gerätselt worden. Jetzt hat sich die stärkste Partei im Amöneburger Stadtparlament festgelegt. Am Freitag stellte Fraktionsvorsitzender Stefan Heck den CDU-Bürgermeisterkandidaten vor: Jan-Gernot Wichert ist gebürtiger Westfale, stammt aus dem katholischen Bad Drieburg in Westfalen und seit seinem 16. Lebensjahr Mitglied in der CDU. Kommunalpolitisch hat er schon reichlich Erfahrung, zumindest in seinen früheren Wohnorten. In Amöneburg gehört er seit vergangenem Jahr dem Parteivorstand an.

Sein Beruf führte ihn vor drei Jahren nach Amöneburg an die Stiftsschule. Jan-Gernot Wichert ist dort seitdem Lehrer für die Fächer Geschichte, Politik und Wirtschaft. Ein Jahr lebte er zunächst alleine in einem Zimmer, bevor 2008 seine Familie ebenfalls umsiedelte. Seitdem leben die Wicherts im „alten Hagenhaus“ in Mardorf.

Das Wahlprogramm will Wichert in den nächsten Wochen zusammen mit der Amöneburger CDU erstellen. Die Folgen des Bevölkerungswandels sind für ihn dabei ein zentrales Zukunftsthema. „Wir haben schon jetzt Probleme mit Leerständen“, stellt er fest. Tourismusförderung ist für ihn ein weiteres Thema.Und er setzt auf Bürgerengagement, das er fördern will. So schwebt ihm die Idee eines über einen Verein betriebenen Bürgerbusses vor, der die Mobilität der Menschen in den Stadtteilen erhöhen könnte. Er hält so ein Projekt für realisierbar. Wichert beeindruckt nämlich, „dass es in ganz Amöneburg noch Menschen gibt, die ehrenamtlich mit anpacken können.“ Spontan fällt ihm dabei die Sanierung der Mardorfer Friedhofsmauer ein.

In Sachen Politikstil legt sich der CDU-Kandidat fest: Bei allem, was er als Bürgermeister von Amöneburg anpacken wird, will Wichert möglichst viele Bürger mitnehmen. Er hat dabei nicht nur die gewählten Vertreter im Blick, sondern auch diejenigen, die sich in Vereinen und Kirchen engagieren. In diesem Punkt will er sich bewusst vom Amtsinhaber Michael Richter-Plettenberg (SDP) absetzen. Dem unterstellt die CDU seit Jahren, das Stadtparlament nicht ausreichend an Entscheidungen zu beteiligen. „Ich will der Stadtpolitik nichts Fertiges vorsetzen, sondern Prozesse anstoßen“, sagt Wichert. Dass er keine Verwaltungserfahrung besitzt, sieht Wichert nicht als Nachteil an. „Die Verwaltung im Rathaus beherrscht ihr Handwerk und wird mir am Anfang sicherlich helfen“, ist der 39-Jährige überzeugt.

Bei einer Mitgliederversammlung kürte ihn die Amöneburger CDU einstimmig zu ihrem Kandidaten und setzte Wichert ebenso einmütig auf den Spitzenplatz ihrer Liste für die zeitgleiche Kommunalwahl. „Damit möchte ich zeigen, dass ich auch bei einer Niederlage als Bürgermeisterkandidat weiterhin in Amöneburg Politik machen will“, begründet Wichert diese besondere Konstellation einer „Doppelkandidatur“.

Der gesamte Prozess bis zur Kandidatenwahl sei von den Mitgliedern mitgestaltet worden, hebt Stefan Heck hervor. „Uns war es wichtig, mit Jan-Gernot Wichert auch einen Kandidaten zu bekommen, der noch den Blick von außen auf das Stadtgeschehen hat.

Wichert trifft am 27. März auf Amtsinhaber Richter-Plettenberg. Der Sozialdemokrat hat angekündigt, sich wieder als unabhängiger Kandidat zur Wahl zu stellen. Außerdem erklärte der 2005 als Bürgermeister abgewählte Anders Arendt, dass er als Parteiloser kandidieren möchte.

von Michael Rinde


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